TonySpin Casino – Lizenz, GGL & neue EU-Regeln
Am 12. November 2025 unterzeichneten sieben europäische Glücksspielaufsichtsbehörden in Madrid ein Abkommen, das in der Branche bereits als Madrid-Erklärung November 2025 gehandelt wird. Gastgeber war Spaniens Regulierungsbehörde DGOJ, die Partner kamen aus Deutschland, Österreich, Frankreich, Großbritannien, Italien und Portugal. Worum es dabei geht, ist im Kern einfach: illegales Online-Glücksspiel bekämpfen, und zwar gemeinsam statt jedes Land für sich. Für Spieler, die sich fragen, ob ein Anbieter wie TonySpin Casino wirklich lizenziert ist, hat das sehr direkte Konsequenzen. Wer ohne gültige Lizenz nach dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV) deutsche Spieler anwirbt, kann sich künftig nicht mehr darauf verlassen, dass eine einzelne Behörde das Problem irgendwann allein löst.
Was das Abkommen konkret bedeutet
Das Abkommen schafft einen gemeinsamen Meldekanal im Sinne einer grenzüberschreitenden Glücksspielaufsicht Europa. Ein Verstoß, den die GGL – Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle an der Saale – identifiziert, wird automatisch an die Gambling Commission (UK) und Frankreichs ANJ weitergeleitet. Das klingt technisch, hat aber eine sehr direkte Konsequenz. Ein unlizenzierter iGaming-Anbieter aus dem Schwarzmarkt, der seine Server in Malta betreibt und glaubt, damit außerhalb des Zugriffs deutscher Behörden zu sein, wird es künftig erheblich schwerer haben. Ob die Malta Gaming Authority (MGA) eine Lizenz erteilt hat oder ob der Anbieter lediglich eine Curaçao eGaming-Registrierung vorweisen kann, macht dabei einen erheblichen Unterschied für die Durchsetzbarkeit.
Hinzu kommt, dass die Anti-Geldwäschebehörde AMLA, die ihren Sitz in Frankfurt hat, ab Mitte 2026 eigene Kapazitäten einbringt. Damit bekommt das Abkommen eine zweite Ebene, die über das reine Glücksspielrecht hinausgeht. Wer illegal operiert, riskiert nicht nur die Zahlungssperrung durch illegale Glücksspielanbieter betreffende Maßnahmen, sondern gerät potenziell auch ins Blickfeld der Finanzkriminalitätsbehörden. Das ist eine andere Qualität als frühere Regelungsversuche.
GGL-Vorstand Ronald Benter hat mehrfach betont, dass die Behörde die Kanalisierung in den regulierten Glücksspielmarkt Deutschland als übergeordnetes Ziel versteht, nicht nur die Bestrafung einzelner Verstöße. Das spiegelt sich in den Zahlen: Die GGL hat im Zeitraum 2024 bis 2025 mehr als 800 Anbieter identifiziert, die ohne gültige Lizenz nach dem Glücksspielstaatsvertrag GlüStV 2021 Werbung für ihre Dienste gemacht haben. Achthundert. Das ist keine kleine Grauzone, das ist ein strukturelles Problem. Und die meisten Spieler, die auf diesen Plattformen unterwegs waren, wussten das schlicht nicht.
Das Risiko für normale Spieler
Ich höre diese Frage oft: Was geht mich das an, ich spiele doch nur gelegentlich? Die Antwort ist unbequem. Wer auf einer Plattform mit Online Casino ohne deutsche Lizenz Geld einzahlt, hat im Streitfall praktisch keine Rechte. Keine Einlagensicherung, keine Beschwerdestelle, kein Zugang zum OASIS-Spielersperrsystem, das zugelassene Anbieter verpflichtend einbinden müssen. Der GlüStV schreibt Spielerschutz und Suchtprävention durch OASIS sowie Einsatzlimits und Selbstsperrmechanismen verbindlich vor, aber eben nur für zugelassene Anbieter. Wer auf einer nicht genehmigten Seite spielt, ist von diesen Schutzmechanismen schlicht abgeschnitten.
Dazu kommt ein steuerliches Problem, das kaum diskutiert wird. Gewinne bei nicht lizenzierten Anbietern sind in Deutschland nicht per se steuerfrei. Wer größere Summen gewinnt und diese nicht korrekt behandelt, kann in Schwierigkeiten geraten. Das ist kein theoretisches Szenario.
Wie erkennt man also, ob eine Plattform wirklich lizenziert ist? Der einfachste Weg ist die GGL Whitelist lizenzierter Anbieter, die regelmäßig aktualisiert wird. Wer dort nicht steht, operiert zumindest in Deutschland ohne Genehmigung. Ein praktisches Beispiel aus der aktuellen Praxis: TonySpin Casino führt die GlüNeuRStV-Lizenzinformationen im Impressum auf und ist auf der GGL-Liste gelistet, was genau das ist, worauf man achten sollte, bevor man eine Einzahlung tätigt. Solche Angaben müssen leicht auffindbar sein, nicht versteckt im Kleingedruckten.
Ein Pakt mit echten Zähnen, aber offenen Fragen
Das Abkommen vom November orientiert sich ausdrücklich an der ProtectEU-Strategie der EU-Kommission, was ihm eine politische Rückendeckung gibt, die frühere bilaterale Abkommen nicht hatten. Trotzdem bleibt die Frage, wie schnell die Behörden in der Praxis handeln können. Zwischen einer gemeldeten Verletzung und einer tatsächlichen Zahlungssperrung liegen oft Monate, manchmal länger. Findige Anbieter wechseln in dieser Zeit einfach die Marke oder die Domain. Das ist keine Spekulation, das ist gängige Praxis im Schwarzmarkt-Segment.
Es wäre naiv, das Abkommen als Allheilmittel zu sehen. Aber es ändert den Rahmen. Sieben Länder mit zusammen mehr als 250 Millionen Erwachsenen ziehen bei der Durchsetzung an einem Strang. Für einen Anbieter, der in Frankfurt, Wien und Lyon gleichzeitig Kunden wirbt, ist das eine andere Ausgangslage als bisher. Ob eine Curaçao-Lizenz in diesem Umfeld noch als glaubwürdiger Vertrauensnachweis taugt, darf man ernsthaft bezweifeln.
Spannend wird zu beobachten sein, ob die GGL die gewonnene Kooperationskapazität nutzt, um nicht nur Anbieter zu sperren, sondern auch Aufklärungskampagnen für Spieler zu starten. Denn das eigentliche Problem ist nicht die Existenz unlizenzierter iGaming-Anbieter aus dem Schwarzmarkt allein. Es ist, dass viele Spieler schlicht nicht wissen, dass sie auf einer solchen Seite sind, und damit ohne Spielerschutz, ohne OASIS-Anbindung und ohne jede Handhabe im Konfliktfall dastehen. Ob das Abkommen daran etwas ändert, hängt davon ab, was die Behörden daraus machen.